Konzeption: Migrationspolitische Akteurs-Netzwerke in Berlin und Frankfurt a.M.

Mathias Rodatz | Goethe-Universität Frankfurt

Vor­trag am 30.9.2011 im Rah­men der Jah­res­ta­gung »Migra­tion und Stadt – Neue Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen durch Migra­tion« des AK Geo­gra­phi­sche Migra­ti­ons­for­schung in Dortmund

Der Bei­trag stellt das Dissertations-Projekt »Urbane Ord­nun­gen der Migra­tion« vor (work-in-progress). Migra­ti­ons­po­li­tik ist in Deutsch­land in den letz­ten Jah­ren einer Neu­ord­nung unter­wor­fen wor­den. Im Kon­text einer neuen Kon­junk­tur des Inte­gra­ti­ons­pa­ra­dig­mas wer­den die Stadt und vor allem der »Sozi­al­raum« im Stadt­teil als zen­trale Hand­lungs­ebe­nen der Inte­gra­ti­ons­po­li­tik kon­zi­piert: »Inte­gra­tion fin­det vor Ort statt« lau­tet einer der ent­spre­chen­den Leit­sätze der neuen migra­ti­ons­po­li­ti­schen Stra­te­gien und meint dabei ins­be­son­dere migran­tisch geprägte Stadt­teile.
Diese neue Auf­merk­sam­keit für die kom­mu­nale Migra­ti­ons­po­li­tik kor­re­liert mit einer qua­li­ta­ti­ven Neu­aus­rich­tung. Als zen­tral erscheint dabei der Wech­sel von defi­zi­to­ri­en­tier­ten zu poten­tialo­ri­en­tier­ten Pro­ble­ma­ti­sie­run­gen von Migra­tion in der Stadt und eine ent­spre­chende Anpas­sung poli­ti­scher Inter­ven­tio­nen. Grund­la­gen die­ser Neu­aus­rich­tung sind neue Vor­stel­lun­gen von urba­ner Ord­nung, Iden­ti­tät und Dif­fe­renz sowie neue For­men der poli­ti­schen Steue­rung (»urban gover­nance«) und damit ver­bun­dene Ein­schät­zun­gen der begrenz­ten stadt­ge­sell­schaft­li­chen Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten durch Ver­wal­tungs­in­ter­ven­tio­nen. Das Pro­jekt unter­sucht die loka­len For­men, Bedin­gun­gen und Effekte die­ses Para­dig­men­wech­sels anhand migra­ti­ons­be­zo­ge­ner Stadt­po­li­ti­ken in zwei Fall­stu­dien (Ber­lin und Frank­furt a.M.).
Der Bei­trag glie­dert sich in drei Teile. Zunächst wird exem­pla­risch anhand migra­ti­ons­po­li­ti­scher Dis­kurse der Stadt­pla­nung und der ange­wand­ten, migra­ti­ons­be­zo­ge­nen Gover­nance­for­schung der Para­dig­men­wech­sel im Hin­blick auf inte­gra­ti­ons­po­li­ti­sche Leit­bil­der, Stra­te­gien und Inter­ven­ti­ons­for­men auf­ge­ar­bei­tet. Im zwei­ten Abschnitt wer­den die davon abge­lei­te­ten Fra­ge­stel­lun­gen und Arbeits­the­sen des Pro­jekts vor­ge­stellt. Aus­ge­hend von den städ­ti­schen Inte­gra­ti­ons– und Diversity-Konzepten ist zu klä­ren, ob im Kon­text des pro­kla­mier­ten »Para­dig­men­wech­sels« in der migra­ti­ons­po­li­ti­schen Pra­xis neue Leit­bil­der und Ansätze zum Tra­gen kom­men und wel­che Effekte sie her­vor­ru­fen.
Wel­che Legi­ti­ma­ti­ons­fi­gu­ren, Pläne, Kon­zepte, Modelle und Instru­mente wer­den für lokale Pro­blem­be­schrei­bun­gen und Lösungs­stra­te­gien mobi­li­siert oder gene­riert? Wel­che Dyna­mi­ken der loka­len Kon­text­ua­li­sie­rung (Imple­men­tie­rung, Anpas­sung, Aus­set­zung) sind dabei in der Pra­xis vor Ort zu beob­ach­ten? Kurz: Wie ver­än­dert der Para­dig­men­wech­sel die all­täg­li­che Regie­rung von Migra­tion in der Stadt? Abschlie­ßend wird der kon­zep­tio­nelle Ansatz sowie das For­schungs­de­sign vor­ge­stellt. Das Pro­jekt ope­ra­tio­na­li­siert für eine gou­vern­men­ta­li­täts­ana­ly­ti­sche Per­spek­tive metho­do­lo­gi­sche Ansätze aus der Actor-Network Theory, um die lokale Genese von Migra­ti­ons­po­li­ti­ken als Akteurs-Netzwerke beschreib­bar zu machen. Zweck die­ser Erwei­te­rung ist es, migra­ti­ons­po­li­ti­schen Leit­bil­dern, Stra­te­gien und Inter­ven­ti­ons­for­men (bspw. »best prac­tices«) auf »Rei­sen« durch ver­schie­dene städ­ti­sche Steue­rungs­ebe­nen hin­durch eth­no­gra­phisch fol­gen zu kön­nen und ihre insti­tu­tio­nel­len und prak­ti­schen Effekte in den jewei­li­gen Kon­tex­ten beschreib­bar zu machen.

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